Kristina Jeromin & Karsten Löffler

Geschäftsführung GSFCG

Sustainable Finance – was ist das für Sie?

Kristina Jeromin: Sustainable Finance steht für mich dafür, das Finanzsystem in die Lage zu versetzen, seiner zentralen Querschnittsfunktion im Rahmen der Transformation der wirtschaftlichen Wertschöpfung hin zu mehr Nachhaltigkeit und damit Zukunftsfähigkeit gerecht zu werden. Die Welt, in der wir leben, verändert sich stetig und es ist unsere Aufgabe, die Systeme, die wir geschaffen haben, fortlaufend daraufhin zu überprüfen, ob sie auf das Ziel der Erreichung gesellschaftlichen Wohlergehens unter konsequenter Berücksichtigung der planetaren Grenzen einzahlen. Diese theoretischen Fragen brechen sich bei uns im Cluster dann runter in die alltägliche Praxis der Finanzmarktakteure – das finde ich sehr spannend.

Karsten Löffler: Richtig, denn es braucht die Verankerung des Nachhaltigkeitsgedankens im Kerngeschäft der Finanzmarktakteure. Dazu gehören ein gutes Verständnis für diesbezügliche Risiken und Chancen sowie die nachhaltigkeitsbezogene Wirkung von Finanzierungen und Investments. Beides Voraussetzungen dafür, dass Finanzmittel in nachhaltige Verwendungen fließen wie es auch in der Strategie der Europäischen Kommission formuliert ist.

Was ist für Sie der Schlüssel für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Sustainable Finance-Bewegung?

Karsten Löffler: Zwei Dinge sind meines Erachtens entscheidend. Zum einen ein erweitertes Risikoverständnis, das sowohl die Perspektive nach innen wie nach außen umfasst. Zum anderen Klarheit darüber, welche Wirkung Finanzmarktaktivitäten in Wirtschaft und Gesellschaft entfalten und wie sie zu deren Transformation beitragen. Ohne Leitplanken wird es hierbei nicht gehen, auch um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Finanzmarktteilnehmer sicherzustellen. Das betrifft zunächst vor allem Transparenz über die Risiken und die Wirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, basierend auf einer soliden und standardisierten Datengrundlage.

Kristina Jeromin: Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Finanzsystem ist Kooperation unverzichtbar. Die Finanzbranche nimmt eine bedeutende Querschnittsfunktion im Aufbau nachhaltiger gesellschaftlicher Strukturen wahr. Ein offener Austausch mit Politik, Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft ist hier wesentlich.

Welche Rolle spielt hier das Cluster?

Kristina Jeromin: Das Cluster versteht sich als Netzwerk, das seinen Wirkungsraum zwischen den genannten Anspruchsgruppen aufspannt. Das Denken in Silos taugt nicht für ein erfolgreiches Gestalten der gesamtgesellschaftlichen Transformation, in der wir uns befinden.

Karsten Löffler: Wir sind vor allem lösungsorientiert; dabei arbeiten wir eng mit unseren Mitgliedern und Partnern zusammen, um gemeinsam und auch voneinander zu lernen. Das Cluster ist somit ein geschützter Resonanzraum und Ort des offenen Dialogs, um vorwettbewerbliche Ansätze zu diskutieren und zu entwickeln.

„Sustainable Finance steht für mich dafür, das Finanzsystem in die Lage zu versetzen, seiner zentralen Querschnittsfunktion im Rahmen der Transformation der wirtschaftlichen Wertschöpfung hin zu mehr Nachhaltigkeit und damit Zukunftsfähigkeit gerecht zu werden.“

„Zwei Dinge sind meines Erachtens entscheidend. Zum einen ein erweitertes Risikoverständnis, das sowohl die Perspektive nach innen wie nach außen umfasst. Zum anderen Klarheit darüber, welche Wirkung Finanzmarktaktivitäten in Wirtschaft und Gesellschaft entfalten und wie sie zu deren Transformation beitragen.“

„Zwei Dinge sind meines Erachtens entscheidend. Zum einen ein erweitertes Risikoverständnis, das sowohl die Perspektive nach innen wie nach außen umfasst. Zum anderen Klarheit darüber, welche Wirkung Finanzmarktaktivitäten in Wirtschaft und Gesellschaft entfalten und wie sie zu deren Transformation beitragen.“

Was ist ihr persönliches Ziel?

Karsten Löffler und Kristina Jeromin: Unser Ziel ist es, mit unserer Arbeit im Green and Sustainable Finance Cluster Germany einen entscheidenden Beitrag zur festen Verankerung nachhaltiger Strukturen im Finanzsystem zu leisten. Dies ist nicht nur mitentscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Finanzstandorts, sondern auch zentral für die gestaltende Rolle Deutschlands im Auf- und Ausbau eines zukunftsfähigen europäischen Wirtschaftsraums.

„Eine nachhaltige Ausrichtung des Finanzsystems ist unverzichtbar; gleichzeitig bedürfen die Energiewende und der Transformationsprozess unserer Wirtschaft passender Unterstützung durch die Finanzindustrie.“

Hessischer Wirtschaftsminister, Tarek Al-Wazir