Diskussionspapier: „Gute Governance für Nachhaltigkeit: Empfehlungen und Beispiele für eine nachhaltigkeitsintegrierte Unternehmensführung in Banken“

Im Rahmen des Sustainable Finance Gipfel Deutschland 2023 stellte die Net Zero Banking Alliance Germany (NZBAG) das Diskussionspapier „Gute Governance für Nachhaltigkeit: Empfehlungen und Beispiele für eine nachhaltigkeitsintegrierte Unternehmensführung in Banken“ vor.

Die Governance für die Umsetzung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Kreditinstituten ist ein mehrdimensionales Thema, das auf sehr unterschiedliche interne Ausgangslagen trifft – auch wenn die Regulierung einheitlich auf alle Kreditinstitute wirkt. Für eine Umsetzung, welche die Potenziale der Transformationsfinanzierung im weiteren Sinne vollumfänglich und effizient zur Entfaltung bringt und gleichzeitig Risiken reduziert, bedarf es einer wirksamen Governance, die Klimaschutz und Nachhaltigkeit in die Strategie und Gesamtsteuerung von Kreditinstituten integriert. Der Schwerpunkt des Diskussionspapiers liegt auf ausgewählten Beispielen und Empfehlungen mit hoher Praxisrelevanz, die in einer von starker Unsicherheit geprägten Übergangszeit Orientierung bieten können und inhaltlich mit den Hintergründen des zunehmenden regulatorischen Regelungsraums korrespondieren.

Das Selbstverständnis der neun Mitgliedsbanken der NZBAG ist dabei nicht das von „Perfektion“ und „Vorgabenmachen“, sondern mit einigen Beispielen die aktive Gestaltung der Überbrückungsphase für eine beschleunigte Integration in das Tagesgeschäft anzuregen, in der sie sich selbst befinden. Eine realwirtschaftliche Perspektive zeigen vier Unternehmensbeispiele. Sie illustrieren, wie die Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Wirtschaften funktioniert und damit auch die Zusammenarbeit mit Kreditinstituten verändert.

Die NZBAG bedankt sich bei allen Beteiligten, ohne die die Erstellung dieses Papiers nicht möglich gewesen wäre.

Ein Gastbeitrag von Jasmina Klein und Egbert Schark von d-fine zu MiNaBo: Nachhaltigkeitskennzahlen kleiner und mittlerer Unternehmen.
Wie die Transformation der Wirtschaft durch ein neutrales und faires Datenökosystem unterstützt werden kann

Kunden, Geschäftspartner, Behörden und Kreditinstitute werden zukünftig von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) regelmäßig unterschiedliche Umwelt- und Sozialkennzahlen abfragen. Die verschiedenen Anfragen zu bedienen, bedeutet für den Mittelstand einen hohen zeitlichen Aufwand. Hinzu kommt die Herausforderung für die KMU, die teilweise sensiblen Daten zum richtigen Zeitpunkt sicher an Berechtigte übermitteln zu müssen. Aus Sicht der Kreditinstitute besteht derzeit das Problem, die Daten in einer hohen Qualität zu erhalten. Durch eine Vielzahl mehr oder weniger unterschiedlicher Fragebögen der Kreditinstitute und kommerzieller Anbieter ist dies derzeit nicht gegeben.

Die Lösung dieser Probleme stellt ein standardisierter Fragebogen dar, der von den KMU zentral ausgefüllt wird und deren Weitergabe an die jeweiligen Kreditinstitute, Verbände oder Behörden über ein neutrales Daten-Ökosystem erfolgt. Die notwendigen Voraussetzungen dafür schafft die Applikation MiNaBo (Mittelstands-Nachhaltigkeits-Box). In Zusammenarbeit mit Kreditinstituten wird ein einheitlicher Nachhaltigkeits-Fragebogen speziell für KMU erarbeitet und stetig weiterentwickelt. Der Fragebogen besteht hierbei aus möglichst wenigen, durch das KMU leicht zu beantwortenden Fragen z. B. nach Energieverbrauch. Auf der anderen Seite sind aber alle relevanten Informationen enthalten, die die Finanzwirtschaft zur Erfüllung ihrer Vorgaben benötigt.

Die erhobenen Daten werden in sogenannten Daten-Schließfächern beim Datentreuhänder EuroDaT abgelegt. Über eine einfache Web-Applikation bestimmt das KMU, wer die hinterlegten Daten einsehen darf. EuroDaT stellt sicher, dass es keinen unbefugten Zugriff Dritter gibt und umgekehrt die berechtigten Kreditinstitute jederzeit die aktuellen Daten erhalten. EuroDaT als neutraler Datendienstleister und Gesellschaft des Landes Hessen stellt die vertragskonforme Nutzung der Daten sicher.

Das Ausfüllen des Fragebogens erfolgt durch die KMU über eine einfache Weboberfläche in der open-source Plattform „Dataland“. Dataland ist eine gemeinwohlorientierte Initiative für ein offenes Datenökosystem mit dem Schwerpunkt von Nachhaltigkeits-Informationen in ganz Europa.

Durch die Kombination der Dienste von EuroDaT und Dataland ist für das KMU der technische und zeitliche Aufwand des gesamten Prozesses von der Erfassung und Aktualisierung der Daten, der Speicherung bis hin zur Freigabe der Daten an die Kreditinstitute oder Verbände minimiert.  Die Kreditinstitute profitieren von der einheitlichen Datenbasis und dem schnellen Zugriff auf vorhandene Daten z. B. bei Neukunden, ohne dafür eigene Fragebögen verschicken zu müssen.

Für die Bereitstellung der Infrastruktur durch EuroDaT und Dataland fällt insgesamt nur eine Nutzungsgebühr an.  An den Daten selbst verdient weder EuroDaT noch Dataland etwas. Die Daten verbleiben im Eigentum des KMU.  Für die KMU ist die Nutzung von MiNaBo kostenlos. Die Service-Gebühr wird von den Nutzern der Daten, also Kreditinstitute oder Verbände, übernommen.

Leitfaden für nachhaltigen Kund:innendialog

Die NZBAG hat am 23. März 2023 einen Leitfaden für einen nachhaltigen Kund:innendialogtool (Client Dialogue Tool | CDT) veröffentlicht. Nachstehend finden Sie alle damit verbundenen Informationen.

NZBAG update 2023

Seit Februar 2021 arbeiten die acht Mitgliedsbanken der Net Zero Banking Alliance Germany arbeiten an der operativen Umsetzung von Klimaschutzmaßnamen in und durch Banken. Zum Jahresstart 2023 berichten wir über die Ziele für dieses Jahr.